Operation T-Shirt in der Uni… (FAIL)

Bei gefühlt 40+ Grad wollte ich eigentlich auch gerne mal etwas Kurzärmliges tragen… Zumindest in meiner Freistunde (von 12-14 Uhr), die ich mit einer Freundin in der prallen Sonne  verbracht habe.

Aber ich kann nicht.

Klingt blöd, wie eine schlechte Ausrede, aber es ist so.

Ich ziehe eine Strickjacke über mein T-Shirt und nehme mir vor diese auszuziehen, wenn es zu warm wird. Stattdessen finde ich mich dann aber in der Sonne schwitzend und völlig überhitzt mit Jacke wieder.

Ich könnte mich doch einfach in den Schatten setzten! -denkt ihr?!

JA, das könnte ich, aber ich WILL nicht, denn ich liebe die Sonne! Ich bin eine absolute Sonnenanbeterin und sobald die Sonne am Himmel zu sehen ist, gehe ich (wenn ich zuhause bin) in den Garten und genieße die Sonnenstrahlen (trotz Sonnenallergie… kleine Anmerkung: Ich bin gegen nichts allergisch – nur gegen die Sonne, die ich unglaublich liebe… bitter, oder?!).

Also nein, ich setze mich nicht einfach in den Schatten!

Jedenfalls hatte ich diese Woche 4x die Gelegenheit -hätte ich 4x die Gelegenheit gehabt!- und ich habe sie nicht genutzt. Mal wieder nicht.

In den letzten vier Schuljahren habe ich es einmal geschafft meine Jacke für ganze 10 Minuten im Unterricht auszuziehen – WOW! Aber in meiner mündlichen Prüfung, beim Abiball und der Zeugnisvergabe habe ich es geschafft! Und es ist nichts Schlimmes passiert… Eigentlich (und uneigentlich!!!) ist NICHTS passiert!

Bis auf 2/3 Blicke, die an meinen Narben hängengeblieben sind (was okay ist, schließlich schaue/STARRE ich auch…).

Aber jetzt, wo die Menschen mich seit einem halben Jahr kennen, ohne Narben, als normalen Menschen, habe ich unglaublich viel Angst. Angst davor, ausgegrenzt, angestarrt, gemieden zu werden. Ich habe Angst meinen Anschluss zu verlieren und davor, was die anderen dann über mich denken.

Ich bin wirklich kein ängstlicher Mensch, aber wenn es darum geht, dass Menschen mich verlassen könnten, steigt Panik auf. Ich will doch bloß dazugehören, normal sein und das kann ich mit Narben nicht.

-Kann ich das mit Narben nicht???

Ich weiß es nicht… immer diese negativen Gedankenschleifen, Katastrophengedanken und was wäre wenns… Also wenn es ums Kopfzerbrechen geht, macht mir so schnell keiner was vor!!! (leider)

Dabei würde ich meine Narben nicht weg wünschen. Ich kann mir meine Arme nicht ohne Narben vorstellen. das wäre falsch. Das wäre nicht ich.

Aber ich hasse mich dafür, dass sie noch immer ein so großes Problem für mich in der Öffentlichkeit darstellen. Ich zeige meine Muttermale doch auch und wer sich wegen meiner Narben von mir abwenden will, auf den kann ich doch eigentlich verzichten, oder?!

Ich könnte es und ich würde es auch, aber den Gedanken im Hinterkopf zu haben, dass andere hinter meinem Rücken über mich reden könnten, weil ich Narben habe, dass sie mich auslachen… Das packe ich einfach nicht. Noch nicht!

 

<<ich musste das einfach mal loswerden>>

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2 Kommentare zu „Operation T-Shirt in der Uni… (FAIL)

  1. Ich kann deine Nummer gut verstehen! Die Narben sind ein Teil von dir und reflektieren einen Teil deiner Vergangenheit. Und dennoch ist dieses Thema nach wie vor tabu, sodass man nicht darüber reden kann.

    Ich würde dir raten, dich nicht zu zwingen, wenn du dich nicht bereit fühlst. Dass du immer eine Jacke trägst, merkt vielleicht auch nicht jeder. Meistens macht man sich ohnehin mehr Sorgen, was die anderen denken, als sie es überhaupt tun:)

    Liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

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